5 Falls Sie die Unterbrechung nicht selbst erlebt haben, haben Sie es inzwischen sicher gehört: Die meistgenutzte AWS-Region in den USA fiel aus (auf Englisch) und riss große Teile des Webs mit. Dieser Ausfall ist eine deutliche Erinnerung: Selbst der größte Cloud-Anbieter (und das Rückgrat eines Großteils der digitalen Wirtschaft) kann ausfallen. Zentrale Systeme wie Load Balancer, DNS und DynamoDB funktionierten nicht mehr und lösten eine schnelle Kettenreaktion aus. Apps froren ein, Transaktionen blieben hängen, und für Millionen Nutzer kam der Betrieb zum Stillstand. Betroffen waren Amazons eigene E-Commerce-Website, Alexa und Ring-Türklingeln sowie große Verbraucher- und Unternehmensplattformen wie WhatsApp, ChatGPT, Venmo, Robinhood und Snapchat. Selbst einige Behörden- und Gaming-Dienste fielen aus. Die AWS-Ingenieure handelten schnell und informierten während des gesamten Vorfalls. Dennoch waren die Folgen weitreichend. Wenn ein einziges Unternehmen einen so großen Teil der weltweiten Infrastruktur betreibt, kann sich eine einzelne Störung überall auswirken. Die Einzelheiten dieses konkreten Vorfalls mögen verblassen, doch solche Ereignisse werden sich wiederholen. Das tiefere Problem ist die übermäßige Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter In den vergangenen zehn Jahren haben viele Organisationen nahezu alles auf einer einzigen Public Cloud konsolidiert, um den Betrieb zu vereinfachen. Service-Level-Garantien mögen solide wirken, beseitigen aber nicht das konzentrierte Risiko, das mit dieser Abhängigkeit einhergeht. Liegen alle Workloads an einem Ort, breitet sich jede Störung schnell aus. Eine resiliente Strategie erfordert mehr Kontrolle und mehr Vielfalt in der Gestaltung der Infrastruktur. Unternehmen mit verteilten Systemen blieben online. Sie hatten ihre Wiederherstellungspfade getestet und wichtige Daten unter eigener Kontrolle behalten. Dieser Ansatz wird mitunter als „Cloud-Smart“ bezeichnet. Er bewahrt die Vorteile des Cloud Computing und sichert zugleich die Autonomie durch hybride, private und Edge-Infrastruktur. Die folgenden Prinzipien bieten einen praktischen Leitfaden, um diese Art von Resilienz aufzubauen. Fünf praktische Prinzipien für Cloud-Smart-Resilienz Übernehmen Sie Verantwortung für die Verfügbarkeit. Auch wenn Cloud-Anbieter integrierte Resilienzfunktionen bieten, hängt Ihre Verfügbarkeit weiterhin von deren Infrastruktur ab. Mit einer hybriden oder On-Premises-Architektur warten Sie nicht darauf, dass sich die Statusseite eines anderen aktualisiert. Sie steuern Ihre eigene Verfügbarkeit und können Redundanz so gestalten, dass sie Ihr Geschäft schützt – nicht nur das SLA Ihres Anbieters. Was Sie tun können: Ermitteln Sie die Anwendungen, die unter allen Umständen online bleiben müssen. Schaffen Sie redundante Pfade für sie, idealerweise über mehrere Regionen oder Umgebungen außerhalb Ihres Hauptanbieters hinweg. Überprüfen Sie Ihren Kontinuitätsplan, um sicherzustellen, dass jede externe Abhängigkeit abgedeckt ist. Halten Sie wichtige Daten in Reichweite. Große Datensätze lassen sich nur langsam verschieben, besonders in einer Krise. Die Wiederherstellung wird einfacher, wenn kritische Informationen an mehr als einem Ort vorliegen. Lokale oder regionale Kopien verkürzen den Weg zur Wiederherstellung. Was Sie tun können: Klassifizieren Sie Ihre Daten nach Bedeutung und akzeptabler Ausfallzeit. Replizieren Sie die kritischsten und am häufigsten genutzten Datensätze an mehrere sichere Standorte. Testen Sie die Wiederherstellung regelmäßig, um Zugriffsgeschwindigkeit, Integrität und Unveränderlichkeit zu überprüfen. Behalten Sie die direkte Kontrolle über Sicherheit und Compliance. Cloud-Anbieter sichern ihre Infrastruktur, doch die Verantwortung für den Datenschutz bleibt bei Ihnen. Regulatorische Anforderungen, Verschlüsselungsrichtlinien und Governance müssen weiterhin intern durchgesetzt werden. Was Sie tun können: Verwalten Sie Verschlüsselungsschlüssel intern. Wählen Sie Speicherorte, die mit rechtlichen und unternehmensinternen Richtlinien übereinstimmen. Prüfen Sie alle Cloud- und On-Premises-Konfigurationen regelmäßig, damit nichts aus der Compliance gerät. Bereiten Sie sich auf unerwartete Kosten bei der Wiederherstellung vor. Bei Ausfällen verursacht die Wiederherstellung oft zusätzliche Kosten. Datenübertragungen, temporäre Kapazität und Leistungseinbußen können die Kosten in schwierigen Momenten in die Höhe treiben. Was Sie tun können: Modellieren Sie die finanziellen Auswirkungen einer großflächigen Störung, einschließlich Gebühren für Datenabruf, Egress und temporäre Kapazität. Berücksichtigen Sie diese Faktoren in Ihrem Resilienzbudget und halten Sie sekundäre Systeme bereit, damit die Wiederherstellung nicht allein von Cloud-Ressourcen nach Bedarf abhängt. Verbinden Sie Agilität mit Kontrolle. Cloud-Architekturen bieten Flexibilität, On-Premises-Systeme dagegen Beständigkeit und Übersicht. Die stärksten Organisationen wenden beide Prinzipien an und bringen Cloud-ähnliche Agilität überall dorthin, wo ihre Daten liegen. Workloads laufen dort, wo sie am besten funktionieren, und können verlagert werden, wenn sich die Bedingungen ändern. Was Sie tun können: Ermitteln Sie, welche Workloads Elastizität brauchen und welche Beständigkeit oder Governance erfordern. Platzieren Sie sie entsprechend und gestalten Sie Ihre Umgebung so, dass sich Daten und Anwendungen mit minimaler Neukonfiguration zwischen Clouds, privaten Infrastrukturen oder Standorten bewegen lassen. Cloud Computing bleibt ein leistungsstarkes Modell für Wachstum und Innovation. Ziel ist es, genug Unabhängigkeit aufzubauen, um weiterarbeiten zu können, wenn ein Teil des Systems ausfällt. Resilientes Design schafft diese Unabhängigkeit. Verfügt die Infrastruktur über mehrere Pfade, werden Unterbrechungen beherrschbar statt lähmend. Echte Resilienz entsteht durch Vorbereitung und durchdachte Architektur, nicht durch Garantien von Anbietern. Resilienz wird aufgebaut, nicht geliehen Der jüngste AWS-Ausfall hat gezeigt, wie fragil das Internet sein kann, wenn zu viel von einer Region oder einer Plattform abhängt. Ein einziger technischer Fehler betraf Unternehmen weltweit und zeigte, wie konzentriert moderne Infrastruktur geworden ist. Scality hilft Organisationen seit mehr als fünfzehn Jahren, solche Risiken zu vermeiden. Unsere Software für die Datenspeicherung unterstützt hybride, verteilte und S3-kompatible Umgebungen, die Daten auch dann zugänglich halten, wenn externe Dienste ausfallen. Wie immer wird AWS wieder voll einsatzfähig sein. Doch für viele betroffene Unternehmen ist der Schaden bereits entstanden – und die Lehre ist klar. Dauerhafte Resilienz entsteht durch Wahlfreiheit. Sie bedeutet, die Möglichkeit zu haben, Cloud-Ressourcen dann zu nutzen, wenn sie Mehrwert bieten. Wichtige Workloads in der Nähe zu halten. Den Wechsel zwischen Umgebungen einfach und zuverlässig zu machen. AWS bleibt eine hervorragende Plattform, doch die resilientesten Organisationen verlassen sich nicht allein darauf.