7 Schon seit der Schulzeit verbringe ich viel Zeit mit Nebenprojekten, die Elektronik und Informatik verbinden. Um meine Fähigkeiten zu verbessern – und weil es Spaß macht –, habe ich beschlossen, selbst gebaute Roboter zu entwickeln, die sich im Laufe der Jahre schrittweise und einfach verbessern lassen. Hardware und Software habe ich komplett selbst von Grund auf entwickelt. Meinen allerersten Prototyp baute ich in den 90er-Jahren mit meinem Vater aus dem Metallbaukasten Meccano (auf Englisch) (in den USA als Erector bekannt). 2010 entwickelte ich einen weiteren Roboter, der sich über das Internet fernsteuern lässt. Ich nannte ihn Nestor, nach dem Butler aus dem belgischen Comic Tim und Struppi. Jetzt arbeite ich jedoch an einem vollständig quelloffenen Roboter. Warum? Open-Source-Software und -Hardware sind der beste Weg, anderen bei ähnlichen Projekten zu helfen und zugleich wertvolle Ratschläge von erfahreneren Benutzern zu erhalten. [bctt tweet=”Die Entwicklung eines quelloffenen, 3D-druckbaren Roboters war für Franck Talbart ein langer, aber lohnender Weg.” username=”scality”] Ich habe mir folgende Bedingungen gesetzt: Der Roboter muss sich mit einem 3D-Drucker leicht nachbauen lassen Die gesamte Dokumentation, einschließlich der 3D-Teile, der Elektronikschaltpläne und des gesamten Quellcodes, soll für alle verfügbar sein. Technisch muss eine niedrige Latenz für Audio, Video und Befehle gewährleistet sein Für die Entwicklung und den Bau der aktuellen Version meines neuen Roboters habe ich etwa ein Jahr gebraucht. Seine Komponenten sind 3D-gedruckt und vollständig reproduzierbar. Er wird von einem Einplatinencomputer Raspberry Pi (RPi) gesteuert – mit einem selbst entwickelten Open-Source-Tool, das ich NestoRpi Engine genannt habe (nach meinem Roboter von 2010). Mein neuer Open-Source-Roboter ist mit 8 Motoren, einem Lautsprecher, einem Audioverstärker und einem LCD-Bildschirm ausgestattet. Dazu kommen Eingabegeräte wie eine Kamera mit Licht, ein Mikrofon, ein Sprachsynthesizer, Ultraschallsensoren zur Abstandsmessung, ein Fotowiderstand zur Messung der Lichtintensität und Drehgeber, die die Geschwindigkeit der Motoren steuern. Oben ist sogar ein mechanischer Arm angebracht, der sich heben und senken lässt, sodass eine kleine „Hand“ kleine Gegenstände aufheben kann. Wird der Akku zu schwach, kann der Roboter einfach und ferngesteuert an eine Ladestation andocken. Mit meinem neuen Roboter interagieren Sie über eine Weboberfläche auf Basis der WebRTC-Technologie. Diese neue Technologie bietet zusammen mit Datenkanälen einen latenzarmen Zugriff für das Streaming von Audio, Video und Befehlen – selbst bei langsamer Internetverbindung. Ich habe dieses Tool generisch geschrieben, damit es sich mit der Raspberry-Pi-Software leicht an viele Anwendungsfälle anpassen lässt (nicht nur an Roboter). Mit dem Tool konnte ich zum Beispiel mit einem Rennlenkrad ein umgebautes ferngesteuertes Spielzeugauto (auf Englisch) mit eingebauter Kamera steuern. Das hat wirklich Spaß gemacht! Ich hoffe, dass mein bescheidener Beitrag der Open-Source-Community hilft, ihre Raspberry-Pi-Kenntnisse zu verbessern und die spannende Welt der 3D-Drucker zu entdecken – so wie die Community mir ermöglicht hat, mein Wissen zu erweitern und beim Bau von Robotern Spaß zu haben. Weitere Informationen finden Sie in meinem Repository auf GitLab (auf Englisch).