Friday, November 6, 2026
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Scality-Wellness-Challenge trifft auf die Ironman-Europameisterschaft

Bei Scality ist die Work-Life-Balance wichtig – und wir arbeiten ständig daran, dieses Gleichgewicht für unsere Mitarbeitenden zu verbessern. Dazu haben wir ein Wellness-Programm eingeführt, das verschiedene Aspekte des Wohlbefindens unterstützt, von körperlicher Aktivität bis zur psychischen Gesundheit. Ein Bestandteil ist das Sponsoring von Mitarbeitenden bei Sportwettkämpfen, etwa die Teilnahme von Jean-Brice an der Ironman-Europameisterschaft 2022. Lesen Sie hier, wie er diesen harten Wettkampf erlebt hat.

An einem Samstagabend im Juni lag ich im Schlafzimmer eines Airbnb in Frankfurt und starrte an die Decke. Eigentlich hätte ich tief schlafen sollen, doch die nervöse Aufregung ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Am nächsten Tag würde ich an der Ironman-Europameisterschaft (auf Englisch) teilnehmen – einem Triathlon mit 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42 Kilometern Laufen.

Obwohl ich schon an Triathlons teilgenommen hatte, war dies meine erste Europameisterschaft. Und es gab viele Momente, in denen ich mich fragte: „Warum um alles in der Welt habe ich mich für dieses Rennen angemeldet?“ Ich musste mich an die Gründe erinnern, warum ich neun Monate zuvor auf den Anmeldebutton geklickt hatte – es war eine Gelegenheit, mit anderen Triathleten zu laufen und sie kennenzulernen, darunter viele der Weltklasse. Langdistanz-Triathlons haben sich immer wieder als gute Möglichkeit erwiesen, meine körperliche und mentale Ausdauer zu überprüfen. Jeder ist wie eine „Verabredung mit mir selbst“, bei der ich mir Ziele setze und meine Grenzen teste.

Unvorbereitet war ich nicht. Von Januar bis Mai trainierte ich 8 bis 15 Stunden pro Woche und wurde so meine Winterpfunde los. Zwei Wochen vor dem Ironman absolvierte ich ein Testrennen und war mit meiner Leistung zufrieden.

Der große Tag ist da

Am Tag des Wettkampfs wachte ich trotz der kurzen Nacht problemlos um 3:20 Uhr auf. Zeit für ein gutes Frühstück und eine ordentliche Portion Kohlenhydrate vor dem Start.

Alle meine Taschen waren gepackt und bereit. Zur Beruhigung hatte ich sie in den Tagen vor dem Wettkampf mindestens dreimal täglich überprüft.

Wie es der Zufall wollte, blieb mein Shuttlebus im Verkehr stecken, obwohl er extra früh losgefahren war. Ich spürte, wie mein Stresspegel stieg. Da die Zeit drängte, sprang ich aus dem Bus und ging zu Fuß zum Treffpunkt.

Dort angekommen, ging alles sehr schnell. Ich klickte meine Radschuhe ein, füllte meine Trinkbehälter mit isotonischem Getränk, gab meine Taschen ab, zog meinen Neoprenanzug an und ging zum Startbereich.

Der Startschuss fiel, und ich begann zu schwimmen.

Die ersten beiden Disziplinen

Das Wetter war sonnig mit ein paar Wolken, und das Wasser war mit 24 °C relativ warm.

Nach einem holprigen Start musste ich mich neu konzentrieren, weil ich vom Kurs abgekommen war. Ich nahm mir vor, alle zwei oder drei Atemzüge die Position der Bojen zu prüfen. Auf einem Teil der Schwimmstrecke fühlten sich meine Beine schwer an, und ich wurde mit meiner Schwimmzeit langsam unzufrieden. Doch ich sagte mir: Ich bin nicht der stärkste Schwimmer, und außerdem ist das nur ein Teil des Wettkampfs.

Meine ersten 10 Kilometer auf dem Rad liefen sehr gut. Das Schweregefühl in den Beinen verschwand. Ich überwachte meine Leistung, indem ich sowohl auf mein Körpergefühl als auch auf die Daten meiner Sportuhr achtete: Herzfrequenz und Wattmessung. Ich zwang mich, alle 10 Minuten zu essen oder zu trinken, egal ob ich Hunger hatte oder nicht.

Zwischen Kilometer 90 und 130 der Radstrecke wechselten sich Wellen der Müdigkeit und neuer Energie ab. In dieser Phase wusste ich, dass es wichtig war, nicht gegen die Müdigkeit anzukämpfen, sondern sie anzunehmen.

Die letzte Disziplin

Der Wechsel vom Rad zum Laufen verlief holprig. Ich war benommen und hatte Mühe, meinen Laufbeutel zu finden.

Das Laufen ist oft der härteste Teil des Rennens (zumindest für mich). Die Luft war schwer und feucht geworden, und in der Ferne sah ich Gewitterwolken. Das richtige Tempo wurde extrem wichtig, und bei Kilometer 3 lud mich ein älterer deutscher Läufer ein, mit ihm zu laufen, da wir dasselbe Tempo hatten. Als Mitglied eines Triathlonvereins in Frankfurt hatte er das Rennen schon einige Male absolviert. Wir liefen bis Kilometer 18 zusammen, doch danach brach meine Leistung stark ein, und ich hatte Mühe, mein Tempo zu halten. Lauf ohne mich weiter, sagte ich ihm.

Bei Kilometer 30 kehrten Energie und Motivation zurück. Erstaunlicherweise konnte ich auf den letzten vier Kilometern sogar noch zulegen. Die Ziellinie zu überqueren war ein unglaubliches Gefühl. So gut es sich auch anfühlte, ich war froh, dass es nun Zeit war, mich auszuruhen, mir die Beine massieren zu lassen und ein deutsches Bier zu genießen!

Lehren aus einem beendeten Rennen

Nach zahlreichen sportlichen Wettkämpfen habe ich erkannt, dass jedes Rennen eine Gelegenheit ist, mehr über sich selbst zu lernen und darüber, wozu man fähig ist – mental wie körperlich. Positiv war, dass dieser Wettkampf gezeigt hat, dass sich mein Körper an Langdistanzrennen angepasst hat. Im Vergleich zu früheren Wettkämpfen hatte ich keine Probleme mit der kontinuierlichen Verpflegung und keine lähmenden körperlichen Schmerzen. Andererseits fehlte es mir beim Laufen an mentaler Ausdauer, obwohl ich bei meinem letzten Ironman im September zuvor gut zurechtgekommen war.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt: Ganz gleich, wie gut man sich vorbereitet oder wie man in der Vergangenheit abgeschnitten hat, jedes Rennen ist das Zusammentreffen einzigartiger Umstände. Der Wettkampf läuft vielleicht nicht so, wie man es sich vorgestellt hat. Die Zielzeit ist vielleicht nicht die erhoffte. Doch am Ende spielt es keine große Rolle, wie schnell man war oder welchen Platz man belegt hat.

Der eigentliche Preis ist das überwältigende Glücksgefühl beim Überqueren der Ziellinie, im Wissen, alles gegeben zu haben. Es ist eine tiefe Zufriedenheit, die einem niemand nehmen kann – und eine Lehre, die ich in jede neue Herausforderung mitnehme, ob im Beruf oder im Privatleben.

Dank des großzügigen Sponsorings im Rahmen des Wellness-Programms von Scality konnte ich diese bereichernde „Verabredung mit mir selbst“ wahrnehmen. Ich freue mich schon auf das nächste Rennen!