6 Die letzten Wochen des Jahres 2021 (auf Englisch) neigen sich dem Ende zu, und wir bei Scality haben diese Zeit genutzt, um darüber nachzudenken, was wir im vergangenen Jahr im Bereich Datenspeicherung erlebt haben und was uns erwartet. Was sich nicht ändern wird: Die Datenflut wird weiter explodieren, und fast jedes Unternehmen in jeder Branche braucht eine klare Strategie, um all diese Daten zu bewältigen. Was bringt also das Jahr 2022? Werfen Sie mit uns einen Blick in die Kristallkugel. Zunehmende Cyberangriffe erfordern ausgefeilte, integrierte Schutzmechanismen Es ist keine Übertreibung: In den letzten Jahren hat Ransomware epische Ausmaße erreicht. Cyberkriminelle kennen den Wert von Unternehmensdaten und tun alles, um an sie heranzukommen. Kommerzielle Speicherlösungen müssen daher mit ausgefeilteren, integrierten Mechanismen zur früheren Erkennung, Verhinderung und – letztlich – Wiederherstellung nach Angriffen ausgestattet sein, bei denen gespeicherte Daten gelöscht, verändert oder verschlüsselt werden. Speicherlösungen werden mit fortschrittlichen Sicherheitsmechanismen auf Anwendungs-, Server- und Netzwerkebene kombiniert, um Unternehmen End-to-End-Lösungen gegen Cyberangriffe über ihren gesamten IT-Stack zu bieten. Die Bedrohungen entwickeln sich weiter; Ransomware-Angriffe ganz zu verhindern, ist nicht realistisch. IT-Manager müssen daher Lösungen einsetzen, die helfen, solche Angriffe früher und effizienter zu erkennen und sich davon zu erholen. Bei Datenspeicherlösungen kann die Früherkennung in Form neuer KI/ML-basierter Verfahren erfolgen, die ungewöhnliche Zugriffsmuster analysieren – oder sich auf bestimmte Daten konzentrieren. Werden solche Auffälligkeiten markiert, erhalten Administratoren eine frühere Warnung, bevor erheblicher Schaden entsteht. Wiederherstellungslösungen im Datenspeicher können klassische Snapshot-Technologien und feinere Versionierungsfunktionen umfassen. Neue Objektspeichersysteme haben die Datenunveränderlichkeit auf ein noch höheres Niveau gehoben, indem sie Object Locking zusammen mit Richtlinien zur Datenaufbewahrung implementieren. Damit sind Daten für den festgelegten Zeitraum effektiv vor Löschung oder Veränderung geschützt. Die ultimative Lösung könnte in intelligenten Wegen liegen, sensible Daten per „Air Gap“ zu isolieren – entweder an einen entfernten Standort oder auf ein sicher verbundenes System. Wir gehen davon aus, dass solche Lösungen immer ausgefeilter werden und von immer mehr Anbietern angeboten werden. AI/MLOps wird zum Standardbestandteil von Speicherprodukten für Unternehmen und den Mittelstand Neben dem massiven Datenwachstum hat die Speicherbranche weiterhin mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen. (auf Englisch) Schätzungen zufolge müssen Speicheradministratoren im nächsten Jahrzehnt 50-mal mehr Daten verwalten, während die Zahl qualifizierter Fachkräfte nur um das 1,5-Fache steigt. Automatisierung und Intelligenz können diese Herausforderungen bewältigen und IT-Managern und dem Betrieb bei einer Reihe von Aufgaben helfen – von der grundlegenden System- und Alarmüberwachung über prädiktive Analysen und Kapazitätsplanung bis hin zum anspruchsvollen Management von Daten-Workflows. Wir erwarten, dass AI/MLOps stärker in groß angelegte Datenspeicherangebote integriert wird, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und Administratoren bei der Entlastung und Automatisierung von Prozessen zu helfen. Das kann auch helfen, Verschwendung zu erkennen und zu verringern und die Effizienz der Speicherverwaltung insgesamt zu steigern. MLOps kann gängige manuelle Aufgaben überwachen und prädiktive Analysen dazu liefern (z. B. Kapazitätsauslastung, drohende Komponentenausfälle und Speichereffizienz). Zu den höherwertigen Aufgaben gehört es, I/O- und Leistungsmuster von Anwendungen zu ermitteln, um Quality of Service (QoS) und die zugrunde liegenden Ressourcen automatisch anzupassen und die benötigten Service-Levels zu liefern. Diese Innovationen wären ohne den Einsatz von ML-Techniken nicht möglich, die im laufenden Betrieb aus extrem detaillierten Systemlogs und Ereignisdaten lernen („trainieren“) können. Sorgen um digitale Souveränität lassen eine Branche regionaler Service Provider entstehen In Europa wird viel über die Abhängigkeit von Halbleiterherstellern, Infrastrukturanbietern und den drei großen Cloud-Anbietern aus den USA und Asien diskutiert – AWS, Microsoft Azure und Google. Die wachsende Sorge über diese Abhängigkeit hat zur Einführung neuer Richtlinien (auf Englisch) geführt, die die strategische Autonomie des Kontinents (und der einzelnen Staaten) im digitalen Bereich stärken sollen. Doch digitale Souveränität ist nicht nur ein europäisches Thema. In den USA hat die zunehmende Abhängigkeit von China bei bestimmten Technologien, insbesondere bei der Herstellung von Siliziumchips, ähnliche Bedenken ausgelöst. Daten sind in der heutigen digitalen Wirtschaft ein hochgeschätztes Unternehmensgut, und wir sagen die Entstehung neuer lokaler Dienste voraus, die auf die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit souveräner Daten eingehen. Unternehmen haben Mühe, angesichts des Wachstums der größten globalen Cloud-Anbieter den Überblick über den Speicherort ihrer Daten zu behalten – ganz zu schweigen vom Stand ihrer Compliance mit den lokalen Vorschriften zur Datensouveränität, denen sie unterliegen. Das Auslagern von IT-Diensten an globale Cloud-Service-Provider aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, Agilität und Flexibilität entbindet sie nicht von ihren Compliance-Pflichten. Die Augen vor Fragen der Datensouveränität zu verschließen, ist schlicht keine Option. Daher wird eine Branche lokaler bzw. regionaler Service Provider entstehen, die souveräne Cloud-Dienste für ihre jeweiligen Märkte anbieten und sicherstellen, dass die Daten innerhalb festgelegter Grenzen bleiben. On-Premises-Rechenzentren bleiben auf absehbare Zeit eine Priorität für Unternehmen Die Dezentralisierung von IT-Diensten, Anwendungen und Daten ist seit einem Jahrzehnt ein anhaltender Trend. Anwendungen und Daten wandern seit Langem aus Unternehmensrechenzentren in Public Clouds. Doch das Unternehmensrechenzentrum ist noch lange nicht tot. Wir sagen voraus, dass Unternehmen ihre Investitionen in On-Premises-Rechenzentrumsinfrastruktur aus Gründen der Kontrolle, Leistung und Kosteneffizienz beibehalten werden, auch wenn die Cloud-Nutzung weiter zunimmt. Und wir erwarten, dass das so bleibt – und zwar auf absehbare Zeit. Das wird zu einem neuen Niveau ausgefeilter IT-Managementfunktionen führen, um Anwendungs- und Datenmanagementlösungen über mehrere Rechenzentren und Clouds hinweg zu optimieren. Datenspeicherung und -verwaltung sind ein standortübergreifendes Hybrid-IT-Problem. Die meisten Unternehmen haben heute erkannt, dass ein intelligenter, ausgewogener Ansatz für Anwendungen und Infrastruktur über Unternehmensrechenzentren (Private) und Public-Cloud-Dienste hinweg die optimale Bereitstellung von Diensten, Agilität, schnellste Markteinführung und Kosteneffizienz ermöglicht. 5G-Netze ermöglichen mehr Datenerfassung und Mobilität am Edge und beseitigen die Bedenken der Data Gravity Unternehmen setzen Anwendungen zunehmend am Edge ein, also außerhalb eines traditionellen zentralen Rechenzentrums oder einer Cloud. Dazu gehören nicht nur Bereiche wie Außenstellen und Filialen, sondern zunehmend auch nicht traditionelle IT-Standorte wie Einzelhandelsgeschäfte, Flughäfen, Sportstadien und vernetzte bzw. intelligente Fahrzeuge. Viele dieser Standorte werden sich wahrscheinlich zu Mini-Cloud-Rechenzentren entwickeln, die vollständige IT-Stack-Dienste mit Servern, schneller Konnektivität und lokalem Datenspeicher benötigen, um diese umfangreichen neuen Dienste bereitzustellen. Tatsächlich haben Analysten (auf Englisch) vorhergesagt, dass bis 2025 drei Viertel der in Unternehmen erzeugten Daten am Edge entstehen und verarbeitet werden. Die allgemeine Ansicht war, dass die Mobilisierung dieser Edge-Daten langsam, ineffizient und teuer sein würde – so müssen Daten, die an einem Edge-Standort erfasst wurden, womöglich zur Analyse oder weiteren Verarbeitung in ein zentrales Rechenzentrum übertragen werden. Doch Petabytes an Daten über langsamere Netzwerkverbindungen zu verschieben, gilt als unerschwinglich und hat die Analogie der „Data Gravity“ hervorgebracht – dass Daten ein „Gewicht“ haben, das vor der Übertragung an einen anderen Ort berücksichtigt werden muss. Daran ist etwas Wahres, doch wir gehen davon aus, dass die neue Generation der 5G-Konnektivität das Aufkommen datenintensiver Anwendungen am Edge direkt beeinflussen wird, insbesondere bei mobilen vernetzten Geräten. Mehr Bandbreite zum und vom Edge wird die Bedenken der Data Gravity minimieren und die Erzeugung und Nutzung von Daten am Edge weiter vorantreiben. Zur Pressemitteilung (auf Englisch)